Camerarius an Unbekannt, 15XX j

Aus Joachim Camerarius (1500-1574)
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 Briefdatum
Camerarius an Unbekannt, 15XX g1 Juli 1546 JL
Camerarius an Unbekannt, 15XX k1 März 1546 JL
Camerarius an Unbekannt, 15XX a4 Juni 1544 JL
 Briefdatum
Camerarius an Unbekannt, 15XX j1 April 1547 JL
 Briefdatum
Camerarius an Unbekannt, 15XX l1553 JL
Camerarius an Unbekannt, 13.12.155713 Dezember 1557 JL
Camerarius an Unbekannt (drei junge Adlige), 21.05.156521 Mai 1565 JL
Werksigle OCEp 0330
Zitation Camerarius an Unbekannt, 15XX j, bearbeitet von Manuel Huth und Vinzenz Gottlieb (17.05.2023), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0330
Besitzende Institution
Signatur, Blatt/Seite
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae Eobani, 1561
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck Bl. Q3v-Q4v
Zweitdruck in
Blatt/Seitenzahl im Zweitdruck
Sonstige Editionen
Wird erwähnt in
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Unbekannt
Datum
Datum gesichert? nein
Bemerkungen zum Datum o.D.
Unscharfes Datum Beginn 1547-04-01
Unscharfes Datum Ende 1550
Sprache Latein
Entstehungsort o.O.
Zielort o.O.
Gedicht? ja
Incipit Ad te praemissa, ut cernis, de more salute
Link zur Handschrift
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Paratext zu
Kurzbeschreibung
Anlass
Register Briefgedicht; Briefe/Trostbrief; Schmalkaldischer Krieg (1546-1547)
Handschrift unbekannt
Bearbeitungsstand unkorrigiert
Notizen [[Notizen::VG (Diskussion) 15:19, 17. Mai 2023 (CEST) Datum und Briefpartner können eingetragen werden.]]
Wiedervorlage ja
Bearbeiter Benutzer:MH; Benutzer:VG
Gegengelesen von
Datumsstempel 17.05.2023
Werksigle OCEp 0330
Zitation Camerarius an Unbekannt, 15XX j, bearbeitet von Manuel Huth und Vinzenz Gottlieb (17.05.2023), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0330
Ausreifungsgrad Druck
Erstdruck in Camerarius, Epistolae Eobani, 1561
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck Bl. Q3v-Q4v
Fremdbrief? nein
Absender Joachim Camerarius I.
Empfänger Unbekannt
Datum gesichert? nein
Bemerkungen zum Datum o.D.
Unscharfes Datum Beginn 1547-04-01
Unscharfes Datum Ende 1550
Sprache Latein
Entstehungsort o.O.
Zielort o.O.
Gedicht? ja
Incipit Ad te praemissa, ut cernis, de more salute
Regest vorhanden? ja
Paratext ? nein
Register Briefgedicht; Briefe/Trostbrief; Schmalkaldischer Krieg (1546-1547)
Datumsstempel 17.05.2023


Adressat: Sebastian, Consiliar der Grafen von Henneberg. Trost- und Dankgedicht in 68 Hexametern.

Regest

Anrede des Sebastian, dessen griechischer Name im Lateinischen "Augustus" bedeute. Als das Wüten des Krieges C. und viele andere aus der Musenburg (Leipzig?) vertrieben habe, habe er als erstes mit dem Verfassen dieser Verslein begonnen (V. 5-7). Freilich seien sie nicht geeignet, Ruhm oder Dichterlob zu erwerben (V. 8). Nun wolle er durch die Dichtung den Schmerz aus dem Herzen (s. Anm.) vertreiben (V. 14-17). Die Zeiten seien so betrüblich, dass selbst unter den Weisen einer vor Trauer zerflösse und der andere nicht lachen würde (V. 20-23). Im weiteren Verlauf appelliert C. daran, der betrüblichen öffentlichen Lage nicht auch noch im privaten Bereich Trauer folgen zu lassen (V. 27-28), und warnt vor den Folgen von Verzweiflung und Depression. Das sei freilich leicht zu sagen, wenn man selbst vom Schicksal begünstigt sei oder wenn man (sich selbst) vergebliche Hoffnung vorgaukele oder die verborgene Furcht zu verbergen versuche (V. 47-50). C. selbst fühle auch seinen Geist durch die Mühsal der patria wanken und brechen, wofür er sich sehr schäme (V. 51-54). Aber das Menschengeschlecht sei unfähig, die Gewalt des Krieges zu erkennen (V. 55-56). Aber genug davon: C. stehe in S.s Schuld und würde sie gern abtragen (V. 57-58). Aber wie könne er es gegenüber Fürsten, Vater und Sohn, die so freigiebig seien (s. Anm.), vergelten (V. 58-63)? Dennoch werde es Zeit und Raum geben, diese Verdienste zu feiern, sobald die aktuelle Unruhe der öffentlichen Ordnung vorbei sei.

(Vinzenz Gottlieb)

Anmerkungen

  • Der Adressat ist wahrscheinlich Sebastian Glaser. Dieser war seit 1547 Rat und seit 1550 Kanzler der Grafen von Henneberg. Somit wäre der Brief zwischen 1547 und 1550 entstanden. Der erwähnte Krieg ist also der Schmalkaldische.
  • "den Schmerz aus dem Herzen": Es ist unklar, ob sich der Schmerz auf den Absender bezieht oder auf den Empfänger, der dann einen Verlust erlitten hätte.
  • "Fürsten, Vater und Sohn, die so freigiebig seien": Glasers Arbeitgeber waren die Grafen Wilhelm IV. (Henneberg-Schleusingen) und Georg Ernst (Henneberg-Schleusingen). C. floh Anfang 1547 vor dem Krieg zuerst nach Merseburg (vgl. OCEp 1038), dann nach Erfurt (vgl. OCEp 1039). Im März reisten sie über Schleusingen nach Würzburg (vgl. OCEp 0632 und OCEp 1040), wo sie am 31.3. ankamen (vgl. OCEp 0633). Es ist anzunehmen, dass Glaser und die Grafen ihnen dabei Wohltaten erwiesen haben, für die C. sich hier bedankt. Das persönliche Treffen wird durch den Satz nun etiam quia te vidi (V. 14) belegt.
  • Wahrscheinlich entstand der Brief ziemlich rasch nach der erwiesenen Gastfreundschaft, zumal der Krieg als noch andauernd beschrieben wird. Der Brief wurde also im April, vielleicht auch im Mai 1547 verfasst. Der Entstehungsort ist vermutlich Würzburg.