Hessus an Camerarius, 1521-1522
Briefe mit demselben Datum | ||||||||||||||||||||||||||
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Werksigle | OCEp 0350 |
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Zitation | Hessus an Camerarius, 1521-1522, bearbeitet von Manuel Huth (03.10.2022), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0350 |
Besitzende Institution | |
Signatur, Blatt/Seite | |
Ausreifungsgrad | Druck |
Erstdruck in | Camerarius, Epistolae doctorum, 1568 |
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck | Bl. B2v-B3r |
Zweitdruck in | |
Blatt/Seitenzahl im Zweitdruck | |
Sonstige Editionen | |
Wird erwähnt in | |
Fremdbrief? | nein |
Absender | Helius Eobanus Hessus |
Empfänger | Joachim Camerarius I. |
Datum | |
Datum gesichert? | nein |
Bemerkungen zum Datum | mutmaßliches Datum: zwischen 1521 und 1522 (im Druck o.D.); s. Hinweise zur Datierung |
Unscharfes Datum Beginn | 1521 |
Unscharfes Datum Ende | 1522 |
Sprache | Latein |
Entstehungsort | Erfurt |
Zielort | Wittenberg |
Gedicht? | nein |
Incipit | Quando vero mittis ludum Wittenbergensium? |
Link zur Handschrift | |
Regest vorhanden? | ja |
Paratext ? | nein |
Paratext zu | |
Kurzbeschreibung | |
Anlass | |
Register | |
Handschrift | unbekannt |
Bearbeitungsstand | korrigiert |
Notizen | Büchlein verlinken; Widmung prüfen; philelphus verlinken; syntaxis verlinken; der Gewaltige ist wohl |
Wiedervorlage | ja |
Bearbeiter | Benutzer:MH |
Gegengelesen von | |
Datumsstempel | 3.10.2022 |
Werksigle | OCEp 0350 |
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Zitation | Hessus an Camerarius, 1521-1522, bearbeitet von Manuel Huth (03.10.2022), in: Opera Camerarii Online, http://wiki.camerarius.de/OCEp_0350 |
Ausreifungsgrad | Druck |
Erstdruck in | Camerarius, Epistolae doctorum, 1568 |
Blatt/Seitenzahl im Erstdruck | Bl. B2v-B3r |
Fremdbrief? | nein |
Absender | Helius Eobanus Hessus |
Empfänger | Joachim Camerarius I. |
Datum gesichert? | nein |
Bemerkungen zum Datum | mutmaßliches Datum: zwischen 1521 und 1522 (im Druck o.D.); s. Hinweise zur Datierung |
Unscharfes Datum Beginn | 1521 |
Unscharfes Datum Ende | 1522 |
Sprache | Latein |
Entstehungsort | Erfurt |
Zielort | Wittenberg |
Gedicht? | nein |
Incipit | Quando vero mittis ludum Wittenbergensium? |
Regest vorhanden? | ja |
Paratext ? | nein |
Datumsstempel | 3.10.2022 |
Entstehungsort ermittelt (e regia= "aus dem Königspalast" (Hessus bezeichnete sich selbst oft als König)); Zielort mutmaßlich.
Hinweise zur Datierung
Mutmaßlich in der Zeit entstanden, in der Camerarius in Wittenberg wirkte (1521-1526). Dafür spricht die Tatsache, dass Vorlesungen von Camerarius sowie ein ludus Wittenbergensium erwähnt werden. Der im Brief mutmaßlich erwähnte Georg Petz verstarb 1522.
Regest
Wann schicke Camerarius ihm denn nun den ludus Wittenbergensium (s. Anm.)? Hessus wolle sehen, was "die eifrigen Vertreter der allgemeinen Freiheit" zustande gebracht hätten. Auch Hessus habe dem Drucker "seine Träumereien" (mea somnia) gegeben, da er schon lange Zeit nichts "Königliches" (s. Anm.) mehr getan habe, denn die Menschen wollten nicht, dass er lache. Er habe einen Weg gefunden, dem Dichter zu danken, auf dem er sich vom Boden erheben und mit einem Lachen durch die Münder der Menschen fliegen könne (vgl. Vergil Georgica 3, 8f.). Was sage Camerarius dazu? Gefalle Vorchemius (wohl Georg Petz) die Widmung des Büchleins? Vermutlich gefalle dem Michael (Nossen?) die Widmung mehr, Hessus hingegen bereite es große Freude so albern zu sein, dass er niemandem gefalle.
Lebewohl.
Camerarius möge den Philelphus des Aristoteles zurückschicken. Oder war es der Aristoteles des Philelphus? Sicherlich werde Camerarius ihm beides schicken, wenn er ihm einen von beiden schicke, so wie wenn ein Affe gemeinsam mit einem Papagei im selben Käfig eingesperrt sei.
Man sage, Camerarius wolle die Antibarbari lesen. Warum wolle Camerarius über ein Werk lehren, das doch ohnehin jeder zur Hand habe? Hessus hätte verlangt, dass der begabte Camerarius größere Herausforderungen anginge. Warum verachteten Camerarius und andere die Alten derart, dass nur Schriften einer einzigen Art ihren Beifall fänden. Camerarius rühme die Antibarbari, jener die copia, ein dritter das Enchiridion, ein vierter die Syntaxis, einfach alle priesen alle Werke aus derselben Offizin. Dies seien ja alles sehr schöne Werke, wenn ihnen doch nur nicht diese Werke allein gefallen würden. Oder gebe es unter so vielen Schriften nichts, was ihren Beifall fände, es sei denn, es stamme von noch lebenden Gelehrten? (Ironie:) Aber Camerarius mache natürlich etwas Neues, wenn er gegen die Barbaren deklamiere. Die Dummheit stand doch vorher auch schon auf der Rednerbühne. Und Hessus und auch Adam (Krafft) hätten ja selbst schon einen Soldaten ausgerüstet, aber es solle also ruhig das Gerücht gehen, dass die Erfurter nichts wüssten, wenn man "den Gewaltigen" (wohl Erasmus von Rotterdam) wegnehme. Solle Hessus noch ein eigenes Zitat hinzufügen: "Wer es eilig habe, möge neue Weine trinken." Camerarius sehe also, wie freimütig Hessus ihm schreibe. Würde er Camerarius nicht so sehr mögen, würde er ihn jedenfalls nicht ermahnen.
Erneutes Lebewohl.
(Manuel Huth)
Anmerkungen
- "den ludus Wittenbergensium": Vielleicht geht es um die Aufführung eines Stückes in Wittenberg.
- "nichts Königliches": Der Dichter Hessus bezeichnete sich oft selbst scherzhaft als König. Es dürften also (dichterische) Werke gemeint sein.