Opera Camerarii

Eine semantische Datenbank zu den gedruckten Werken
von Joachim Camerarius d. Ä. (1500-1574)


English Version



Anfragen zum Projekt richten Sie bitte an camerarius@uni-wuerzburg.de.


Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft ab 1.1.2017 für drei Jahre geförderte Projekt erschließt die gedruckten Werke von Joachim Camerarius d. Ä. (1500-1574), der als der "hervorragendste deutsche Philologe des 16. Jahrhunderts" nach Erasmus von Rotterdam gilt (Friedrich Stählin). Die Antragsteller verfolgen das Ziel, erstmals einen vollständigen Überblick über das umfangreiche und vielfältige Oeuvre des Camerarius zu gewinnen und die Entstehungskontexte und Funktionen seiner Werke sichtbar zu machen. Trotz der unumstrittenen Bedeutung des Camerarius beschränkt sich die Forschung zu seinen Schriften in griechischer und lateinischer Sprache auf punktuelle Untersuchungen. Eine angemessene Gesamtbewertung wird bislang dadurch behindert, dass das Werk des Camerarius in seinem tatsächlichen Umfang nicht bekannt ist, geschweige denn vollständig inventarisiert, ediert oder hinreichend erforscht wäre. Deshalb ist eine grundständige Erfassung und Erschließung seiner Werke dringend erforderlich. Unter "Werk" wird dabei jeder von Camerarius verfasste (auch unselbständig überlieferte) Text verstanden, einschließlich seiner Kommentare und Übersetzungen. Hinzu treten die von ihm herausgegebenen Texte antiker Autoren; sie gewinnen durch ihre paratextuelle Ausstattung Werkcharakter. Auch der Briefwechsel fällt unter diesen Werkbegriff. Aus pragmatischen Gründen wird die handschriftliche Überlieferung nur insoweit berücksichtigt, als es zu ihr eine gedruckte Parallelüberlieferung gibt.

Als Vorarbeit wurden die 858 Drucke, an denen Camerarius laut den "Verzeichnissen der Drucke des 16. und 17. Jahrhunderts im deutschsprachigen Raum" (VD16/17) beteiligt war, in eine Online-Datenbank eingepflegt. VD16/17 verzeichnen jedoch vollständig und konsequent nur die Titel der Drucke, nicht aber die jeweils enthaltenen Werke des Camerarius oder Art und genauen Umfang seiner Beteiligung. Aus der Bibliographie der Drucke muss folglich ein Verzeichnis der Werke gewonnen werden. Im Projekt werden die VD16/17-Datensätze nach Autopsie der - zum Großteil digitalisierten und in unserer Datenbank verlinkten - Drucke in Werkdatensätze überführt und für die Zwecke des Projekts nutzbar gemacht, indem alle spezifisch Camerarius betreffenden Informationen (Art und Umfang der Beteiligung, thematische Zuordnung, Incipits der Dichtungen etc.) erhoben und verzeichnet werden. Die einzelnen Werke werden inhaltlich zusammengefasst sowie hinsichtlich ihrer Entstehungs- und Wirkungskontexte befragt.

Die dabei verwendete Software "Semantic MediaWiki" (SMW), die mit Hilfe von definierten Attributen übergeordnete Zusammenhänge darstellbar macht, erlaubt es, diese Daten so aufzubereiten, dass sie als Ausgangspunkte für konstellationsanalytische Forschungen dienen. Technische und personelle Unterstützung leistet in diesem Punkt die Würzburger Universitätsbibliothek mit ihrem Digital Humanities Zentrum. Martin Gruner, ein ausgewiesener Wiki-Spezialist, wird die Software betreuen und die inhaltlichen Anforderungen, die in der Projektgruppe entwickelt werden, technisch definieren. Eine von ihm angeleitete wissenschaftliche Hilfskraft wird neue Verknüpfungs- und semantische Abfragemöglichkeiten erstellen und die Projektgruppe bei der Arbeit am Wiki in technischen Belangen unterstützen. Die Ergebnisse des Projekts werden über den Server der UB Würzburg in Form eines CamerariusWiki dauerhaft zugänglich gemacht.

Das Gesamtverzeichnis der "Opera Camerarii" in Verbund mit einer strukturellen und inhaltlichen Grunderfassung sowie einer Auslotung entstehungs- und wirkungsrelevanter Kontexte wird ein zentrales Arbeitsinstrument und Grundlage für die künftige Camerariusforschung sein. Einen Bericht über das Projekt finden Sie auf der Homepage der Universität Würzburg.


Der Projektgruppe "Opera Camerarii" gehören an:

Prof. Dr. Thomas Baier (Antragsteller)
Lehrstuhl für Klassische Philologie II (Latinistik)
Institut für Klassische Philologie
Residenzplatz 2/Südflügel
97070 Würzburg
Tel.: (0931) 31-82821
thomas.baier@uni-wuerzburg.de

Prof. Dr. Marion Gindhart
Außerplanmäßige Professorin (Univ. Mainz)
Lehrstuhl für Klassische Philologie II (Latinistik)
Institut für Klassische Philologie
Residenzplatz 2/Südflügel
97070 Würzburg
gindhart@uni-mainz.de

Martin Gruner
Digital Humanities Zentrum
der Universitätsbibliothek Würzburg
Am Hubland, 97074 Würzburg
Tel.: (0931) 31-89843
martin.gruner@bibliothek.uni-wuerzburg.de

Prof. Dr. Joachim Hamm (Antragsteller)
Professur für deutsche Philologie, insb. Literaturgeschichte
des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit
Institut für deutsche Philologie
Am Hubland, 97074 Würzburg
Tel.: (0931) 31-81679
joachim.hamm@uni-wuerzburg.de

Manuel Huth
Institut für Geschichte der Medizin
Oberer Neubergweg 10a
97074 Würzburg
manuel.huth@stud-mail.uni-wuerzburg.de

Dr. Sabine Schlegelmilch
Institut für Geschichte der Medizin
Oberer Neubergweg 10a
97074 Würzburg
Tel.: (0931) 31-82638
sabine.schlegelmilch@uni-wuerzburg.de

Dr. Ulrich Schlegelmilch (Antragsteller)
Akademievorhaben "Frühneuzeitliche Ärztebriefe"
Institut für Geschichte der Medizin
Oberer Neubergweg 10a
97074 Würzburg
Tel.: (0931) 31-81070
ulrich.schlegelmilch@uni-wuerzburg.de

PD Dr. Jochen Schultheiß
Lehrstuhl für Klassische Philologie II (Latinistik)
Institut für Klassische Philologie
Residenzplatz 2/Südflügel
97070 Würzburg
Tel. (0931) 31-88420
jochen.schultheiss@uni-wuerzburg.de